In der Stille schlägt das Herz:
An Liebe lässt es sich nicht sterben.Traumfrequenzen
Ich merkte es etwa eine halbe Stunde nach dem Aufstehen, nach der gewohnten Dusche, fand gelähmt (ich bräuchte wohl eine Woche für: Nur schlafen) müde zu sein als ich die Wärme des Wassers nicht recht spürte. Der Radiowecker spielte wie gewohnt, wie jeden Morgen. Irgendein Lied:
“…Someday when I'm lonely
Wishing you weren't so far away
Then I will remember
Things we said today…”
In der Küche, die von allen Bewohnern des Hauses benutzt wurde war es noch still. Da ich die Erste war, kochte ich den Kaffee, dass ich diesen nicht schmeckte weder durch die Nase roch, schob ich ein wenig besorgt und doch auf eine heranfliegende Erkältung. Schließlich war draußen grauer November. Das Radio spielte leise weiter.
“…Me I'm just the lucky kind
Love to hear you say that love is love
And though we may be blind
Love is here to stay and that's enough…”
Ich musste spitz auflachen ( im dem Moment konnte ich es noch: Lachen.) als ich über das vergangene Wochenende nach dachte, dass ich in der Stadt verbracht hatte. Vielleicht war es ein FLASH und ich hatte meine Sinne noch nicht vollends wieder. Ich dachte nicht weiter darüber nach. Ich öffnete die Haustür und bat den Hund herein. Der kam und knurrte (was er sonst nie tat) und huschte an meinen Beinen vorbei.
Ich ging in das obere Stockwerk, vermied die siebente Stufe der alten Holztreppe, dass es nicht knarrte und ich die Schlafenden aufweckte. Ich wollte noch für ein Viertelstündchen ins Netz. Ungestört. Gelegentlich, morgens ein kleines gemütliches Ritual. In aller Stille. (wie gesagt – heute morgen schmeckte ich den Kaffee nicht) und ich verfing mich beim Lesen auf einer Seite, einem Blog, in einer Geschichte eines hektischen Morgens. Könnte ich sein. Dachte ich und: Es fehlen nur noch nasse Haare, die mit der Lüftung im Inneren des Autos trockneten, bis ich an meinem Platz in der Service Line angekommen war und fast zu spät...
Dann war es an der Zeit, meine Tochter zu wecken, sie brauchte ihre Minuten um den Träumen zu entkommen (darin waren wir gleich). Ich war wohl zu spät, denn sie lag nicht mehr in ihrem Bett. Ich lief die Treppen runter zur Küche. Mein Blick streifte den alten Standspiegel und ich sah ein schrilles, moosgrünes Licht, das ich nicht zuordnen konnte. Ein Autoscheinwerfer von draußen?
“Some day when we're dreaming
Deep in love not a lot to say
Then we will remember
Things we said today …”
In der Küche stand das kleine Mädchen, drehte sich um und lachte. Ich freute mich sehr, sie zu sehen. Sie lief (auf mich zu) und ich hockte mich hin (auf ihre Höhe) und breitete die Arme aus. Sie lief und ich fühlte ihr Gesicht, ihre Haare, floss durch ihr Gehirn, sah ihr Herz schlagen und die roten Blutkörperchen pulsieren, ihre Nervenbahnen, die Schichten ihrer Haut. Mir wurde schlecht. Meine Tochter. Sie war durch mich h i n d u r c h g e l a u f e n.
Ich mag das Klingeln des Weckers nicht, deshalb ist er auf Radiofunktion gestellt. Sie spielen irgendeinen Beatle Song. Den ersten Teil des Songs, habe ich nicht mitbekommen. Bin noch müde ich brauche ein wenig an jedem Morgen, um meinen Träumen zu entkommen.
elsa_fin - 14. November, 15:59



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