Blutroter Regenbogen

Ich saß an einem recht lauen Sommerabend auf der Terasse unter den Laternen des kleinen Cafes am Fluß und trank ein Glas Pinotage. Es hatte geregnet - nur kurz, dass ich meine weiße Twinset Strickjacke um die Schultern legte und dabei am Nebentisch diesen fluchenden Mann bemerkte, der (ich konnte sie nur mit dem Rücken sehen - die schmale Taile an der sich das leichte Stoffkleid anschmiegte ohne ihre Haut zu berühren floss es um sie herum) einer Frau mit aufgesteckten Haaren gegenüber saß. Sie stritten ...
malles - 20. Januar, 01:25

"-nur kurz. Als ich mir meine weiße Strickjacke um die Schultern legte, hörte ich, wie am Nebentisch ein Mann fluchte...sie stritten sich.
Er legte die Hand um die schmale Taille seiner Frau ,und zog Sie an sich.
Vielleicht war es in diesem Moment, als ich die Einsamkeit zu schätzen gelernt habe; wenn die Liebe vergeht, bleibt nur noch die Erinnerung an die ersten Stunden.
Ich will diesen Moment festhalten und vergesse dabei zu lieben."

(*sorry, aber ich konnte diesen Text nicht so stehen lassen*)
Grüße

elsa_fin - 20. Januar, 01:36

Sie machen mir Spaß - MALLES - nur zu und mehr ...

Sie stritten. Ich dachte an Berts. Meinen Berts. Mittdreißiger. Beruflich erfolgreich als Controller in einen Zeitungsverlag. Sehr aufstrebend. Unsere Reihenhäuschen in der Münchner Vorstadt. An meine Pläne. Lange her fast 5 Jahre. Ich dachte an den Abend. An den Tisch mit den Kerzen, seinen Gesichtsausdruck als er sagte: "Lilli du musst dich untersuchen lassen. Ich hatte eine Liason. Nichts bedeutendes. Wirklich nicht. Du weißt schon Lust, Begehren. Eigentlich hätte ich es dieser Schlampe ansehen müssen. Lilli ich habe AIDS."

Die Frau am Nebentisch war aufgesprungen. "Komm mir nicht damit ... " schrie sie und ging unter den Blicken der Gäste die Uferpromenade entlang. Er sah traurig aus und kippte seinen Congnac hinter - legte einen Geldschein neben das Gedeck und stand auf. "Haben Sie heute schon etwas vor?° Meinte er mich. Etwas unbeholfen stand er da."Es ist eh schon gleich. - wollts versuchen wissen Sie - das Mädchen zurück holen."

"Könnten Sie sich bitte hinsetzten" flüsterte ich "die Leute starren uns schon an. Ich falle nämlich nicht gern auf" Er schob den Stuhl, setzte sich als würde er länger bleiben wollen, ordnete seine Anzugjacke fisselig über die Lehne."Zwei Kaffee" warf er dem Kellner zu, mir einen eher scharfrandigen Blick, der mich mustere, was dachte er wohl - dann fragte er: "Mögen Sie Verdi?"
malles - 20. Januar, 10:23

Ich sah mir seine Augen an. Er war müde und kraftlos. -Wenn das Geheimnis einmal ganz verraten ist, dann bleibt nichts mehr, was geheimnisvoll sein kann. Man fragt sich, warum es überhaupt so lange gedauert hat.
Ich antwortete: „Ja. Und Bach ebenso.“
Es gibt ja den Typ Frau, der auf geistlose Sprüche steht. Aber manchmal wird man ganz gerne überrumpelt.
Warum ist er Ihr nicht nachgerannt?
Einmal ist es richtig; ein anderes Mal genau das Gegenteil.
elsa_fin - 20. Januar, 16:27

So so er hatte also traurige, kraftlose Augen ...

War meine Sichtweise denn richtig? Die Müdigkeit in seinen Augen wohl möglich eine durchsoffenen Nacht ohne wehe Tränen aber einem tanzenden Pin Up Mädchen auf dem Tisch. Schmerzmord und es gab erst recht kein Geheimnis. Schon gar kein Tageslicht untaugliches. Zweifel. Es gab Zweifel. "Wer ist s i e?" fragte ich. "Sie scheinen sie ja zu mögen" "Mögen - mhm mögen ja - es war der - achte Versuch eine Trennung zu umgehen - die sozusagen lass uns doch mal wieder etwas gemeinsames tun als Freunde Strategie" Seine Augenbrauen schoben Falten auf die Höhe seiner Stirn. Wie alt war er? Er räusperte sich und rieb mit seinen - es waren sehr schlanke, länglich, rauhe Hände - Fingern am Kinn in kleinen Kreisen. " Ich war wohl etwas vereinsamt gestern ohne Arbeit mit einer Weinflasche und romantisierte, dass man 12 Jahre nicht so einfach von einem Tag auf den anderen abstellt" Er streckte sich, kreuzte die Hände am Nacken und sah auf den Fluss. "Wohnen Sie hier?" fragte er und deutete mit seiner Hand auf die Stadt hinaus. Ich trüsselte an meinen Haaren. Verlegen und antwortete aus einem tiefen Atemzug heraus: "J a. Ich wohne hier aber auf der anderen Seite des Flusses."

"Auf der anderen Seite des Flusses" formulierte er in langsamen Tönen. "Welche Seite ist es, wenn wir den Mythen folgen, gibt es zwei. Die des Todes und die des Lebens. Enschuldigung. Nur ein Gedanke. Ich hab mich nicht vorgestellt. Hans Raa. Ich arbeite am städtischen Museum - vielleicht war der erste Satz grad deswegen ein wenig nachdenklich eingestaubt."

"Angenehm" ich reichte ihm meine Hand über das zwischen uns des Tisches. "Mein Name ist Lilli."
malles - 20. Januar, 17:07

Nach einer nachdenklichen Pause hob er den Kopf und richtete seinen Blick gedankenverloren auf den Fluß:
„Es fällt den Menschen nicht leicht, Trennungen zu akzeptieren. Erst wenn sich die Liebe in Haß verwandelt und man nacheinander rücksichtslos alle Träume verraten hat, wenn der Augenkanal beim Anblick des ehemals Vertrauten Berge von Steinen in den Magen leitet, fängt man an durch zu blicken. Es ist die Gewissheit von tiefer Abneigung gemischt nie enden wollendem Verlangen, die einen Mann zum Aufgeben bringt.
Frauen sind Egoisten“, oha, dieses Cliché hatte ich ja schon lang nicht mehr gehört.
„Selbst als ich schon am Boden lag, und Ihr die Wahl ließ, mir den Todesbiss zu verpasssen, oder meine Unterwerfung anzunehmen, trampelte Sie immer noch auf mir herum.
Die Liebe meines Lebens, dachte ich einst; jetzt ist sie der Tod desselben.
Und Sie...?, verstehen Sie wovon ich rede?“

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im traumtaumel (ver)tausche ich (fast) alles auch gedanken und gefühle welche sind deine und oder aber meine? wer ist wer hinter allem?

grad geschrieben

Schön,
dass du Dinge fotografierend so fest halten kannst,...
EinGedicht - 14. Juni, 00:03
Schön.
:)
EinGedicht - 13. Juni, 15:43
traute
:D.
sternenfindelkind - 10. Juni, 14:21

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