Fahrtrichtung
Der Sonne ins Gesicht fahren. Ich kann kaum sehen. Klappe die Sonnenschutzblende runter. Entgegen dem Glutplaneten. Weg von. Berlin. Die Stadt ist rege in Bewegung. Menschen. Am Morgen. Auf dem Weg zur Arbeit, Brötchen holen, die Treppen der U Bahn Stationen runter. An Ampeln - wartend, bis ich stehe und sie über die Straße gehen. Friedrichsstraße. Frauen mit Stiefeln und Tweedkostüm, dazwischen eine Jeans und ein Anzug. Er telefoniert mit seinem Handy. Ich denke Glück. Was ist Glück und wo er wohl hin geht? Heute. Wohin gehen die Menschen. Schlafen sie abends ein neben einem? Glück tönt nach. Es trägt sich auf meiner Haut und duftet wie ein Stück so wertvoller Zeit, dass sich am Abend vorher mit dem Rauch von cubanischen Pitrellos, S-Bahngeräuschen, Stimmen vollsaugte und als wollte es stille stehn für zwei an einem Restauranttisch, Küssende unter Lindenbäumen mit blauen Neonröhren, für ein kleines Mädchen, dass sich an einer Gute Nacht Geschichte nicht satt hören kann, während man durch beleuchtete Fenster einen Mann vorlesen sieht. Zeit. Denke ich. Glück. Denke ich ... it was so cold, but it was so lovely and i would still trust how i feel ... Abbiegen über die Spree. Ich habe grün. Es fährt sich forsch. Das letze Bild. Immer mein letztes Bild, das ich wehmütig aus Berlin mit nehme. Die beiden ringenden Metallfiguren, rechtseitig in der Spree. Wind weht einen Wirbel aus gelben Blättern an die Windschutzscheibe des Voyagers. Ein Blatt verfängt sich an den Scheibenwischern und ich nehme es über die Autobahn mit. Ich habe Glück. Es mag wohl bleiben das Blatt. Bis nach hause und ich pinne es an die Korkwand, damit ich nicht vergeß, dass ich ein Bild malen wollte: Lindenbäume mit gelben Blättern und blauen Neonröhren. Eine Tafel Chillischokolade habe ich auch noch in meiner Manteltasche. Fällt mir auf.
elsa_fin - 26. Oktober, 11:18



Schoki ...