»Würde Jack the Ripper uns sagen, er habe seine Taten aufgrund einer Inspiration begangen, die ihn beim Lesen des Evangeliums überkam, so würden wir zu der Ansicht neigen, er habe das Neue Testament auf eine Weise interpretiert, die zumindest ungewöhnlich ist.« Umberto Ecco
Soeben hatts sichs beschlossen, den Tag nicht zu mögen. Bohrmaschinen arbeiten und Schränke werden verschoben. Es knallt, knaart und ist viel zu unruhig für ein Kundengespräch. Ich frage dreimal nach. Wie sagten Sie - war Ihr Nachname. Es nervt. Ich ärgere mich, weil ich nicht deletanisch wirken mag - dann - wenn ich nichts dafür kann. Eigenverantwortlichkeitsanspruch unbefriedigt. Der Vorverkauf für eine Scholl-Latour Lesung läuft. Vorbestellte Karten werden abgeholt. Anwalt, Anwalt, Arzt, Lehrer - Berufsstatus und Altgenossenrentner - glaub ich zumindest irgendwie. Scholl Latour liest aus "Russland im Zwangsgriff" - für die Stadt hier scheint es was besonderes zu sein. Die Karten innerhalb eines Tages verkauft. Meine Absicht mir die Lesung an zu tun - schwindet nicht an der Biographie des Autors sondern beim empfinden derjenigen, die die Karten holen. Sie wirken auf mich pedantisch, korrekt, schwarzgrau gekleidet -irgendwie auch resigniert, eingefahren aber das ist meine Wahrnehmung an einem Tag, den ich nicht mag und mir fehlt der Anblick eines Sonnenblumenfeldes.

elsa_fin - 9. Januar, 10:03